ZH – Bergamo Etappe 11: Chiavenna – Dubino

Nach dem Frühstück wandere ich um 8:45h los. Die Temperatur in Chiavenna ist 5°C und es hat Hochnebel. Vom Bahnhof aus laufe ich auf dem Don Luigi Guanella Weg über den Fluss Mera auf die rechte Talseite nach Mese. Weiter auf der Via Francisca über Gordona durch Marroniwälder nach San Pietro Samolaco. Hier mache ich einen kurzen Kaffeehalt im Restaurant Mengasca, heute die einzige Möglichkeit zur Verpflegung.

Danach laufe ich weiter nach Casenda und dann dem Lago di Mezzola entlang. Wobei entlang dann nicht etwa flach meint, sondern einen knackigen Anstieg von knapp 300m beinhaltet. Zu meiner Verwunderung bin ich hier nicht alleine. Erst kommt mir ein junges Paar entgegen, dann ein einzelner Herr mit Wanderstab und anschliessend nochmals drei jüngere Leute. Beim höchsten Punkt 485m mache ich ein Panorama-Foto, dann wandere ich wieder hinunter.

Es liegen immer wieder einzelne Bäume quer über dem Weg, die muss man – je nachdem was besser geht – entweder unterqueren, übersteigen oder darum herumlaufen.

Beim Aussichtspunkt Sasso di Dascio auf 280m mache ich einen Trinkhalt und geniesse auf einer Bank sitzend den Blick über den See. Bis hierher sind es bereits 22km Wanderung, nun geht es wieder hinunter nach Dasico, und es ist nicht mehr weit bis zur Ponte del Passo, wo ich über die Mera spaziere. Noch drei km auf der geraden schmalen Dammstrasse bis Nuova Olonio/Dubino zum Hotel Maloia ZF €55.-


Das Zimmer ist bereit, und ich freue mich auf die warme Dusche und das kalte Bier danach.

Garmin: Chiavenna – Dubino

ZH – Bergamo Anreise nach Chiavenna

Nachdem das schöne Herbstwetter immer noch kein Ende nimmt, halte ich es kaum mehr aus. Gemäss der Alpenpässe.co (Stand 11.11.2018 19:27h) ist der höchste Punkt meiner Wanderung, der Passo di San Marco 1985m noch offen. So wandere ich den Rest des Weges nach Bergamo noch in diesem Jahr.

Heute am Samstag 17. November fahre ich mit Zug 🚞 und Bus 🚌 nach 🇮🇹 Chiavenna (reduzierte Tageskarte 59.- bei online Kauf in der SBB-Mobile.App oder auf www.sbb.ch )

  • Ab 09:32 Zürich HB – Pl. 10 (IC 867)
    An 11:48 Lugano – Pl. 3
  • Ab 12:05 Lugano, Stazione Nord (BUS 631 2004, Direction: St. Moritz, Bh)
    An 14:00 Chiavenna, Stazione

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In Chiavenna übernachte ich in dem mir bereits bekannten Hotel San Lorenzo ZF €60.-. Die Hotels auf den fünf geplanten Tagesetappen sind bereits reserviert und die Strecke somit vorgegeben.

  • Zürich  ➡️  Chiavenna SO
    🏨 Hotel San Lorenzo
  • Chiavenna SO  ➡️  Dubino SO
    🏨 Hotel Ristorante Maloia
  • Dubino SO  ➡️  Morbegno SO
    🏨  Hotel Margna
  • Morbegno SO  ➡️  Piazzatorre BG
    🏨  B&B Ca‘ Moretti
  • Piazzatorre BG  ➡️ San Pellegrino Terme BG
    🏨 Albergo Papa
  • San Pellegrino Terme BG ➡️ Bergamo BG
    🏨 Best Western Hotel Cappello d’Oro

Die günstige Rückfahrkarte mit der Platzreservierung ab Mailand, für Freitag 23. November habe ich schon im Rucksack verstaut. (SBB Aktion 35.- )BIRU-WP-20181114T195639GMT0100.jpg

WebLinks: 

Nachtrag: Der Pass hat inzwischen Wintersperre, aber soweit bekannt liegt noch kein Schnee! Als Alternative kann ich auch mit dem Zug und Bus von Morbegno nach Piazzatorre fahren und ab dort weiter nach Bergamo wandern.

TR Brienzer Rothorn – Harder Kulm

Freitag 19. Oktober, nach dem kurzen Frühstück renne ich zur Talstation BRB und löse mit der Gästekarte für 16.20 eine einfache Fahrt. Kurz darauf fahre ich um 08:36h mit der gut besetzten Dampfzahnradbahn von 1892 aufs Brienzer Rothorn und bin 9:31h oben.

In der offenen Bahn war es kühl, so nehme ich im Berghaus Rothorn Kulm 2244m noch einen Kaffee mit 🥐 zum Aufwärmen. Am Kiosk kaufe ich mir noch einen halben Liter Wasser. Jetzt bin ich mit anderthalb Litern unterwegs, immer noch knapp für diese lange Strecke, wo man unterwegs keine Möglichkeit hat, Wasser nachzufüllen. Dann geht es los über den Gratweg in Richtung Harder Kulm, den Schöngütsch 2319m lass ich ausfallen.

Beim Lättgässli 2175m geht es steil die Treppen hinunter, um später wieder zum Chruterepass 2051m aufzusteigen. Der Briefengrat führt mich zum Briefehörnli 2164m. Es folgen Wannepass 2069m und Balmi 2141.

Nach circa 5 Kilometern kommt der Aufstieg zum Tannhorn 2220m, der war eher krass. Zwar nur ein kurzes Stück, aber so richtig steil hinauf, auf schmalem Grat zu laufen, was mich schon Überwindung kostete. Hinunter war es etwas „angenehmer“, falls man dies so ausdrücken kann.

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Nach einem weiteren Kilometer, erreiche ich den Ällgäuwhoren 2047m und danach durch die Ällgäuwlike 1918m den Aufstieg auf das Schnirenhireli 2070m. Es ist ein stetiges auf und ab und ich bin auf dem Gummhoren 2040m, jetzt gönne  ich mir eine kurze Pause mit leckerem Kokosmakrönli. Über den Blasenhubel 1965m und Wytlouwihoren 2106m mache ich den nächsten Aufstieg, und bin nach vier Stunden auf dem Augstmatthorn 2136m.

Jetzt ist die nächste kurze Pause fällig, bevor es weiter geht zur Suggiture 2084m, dem letzen relevanten Gratweg.BIRU-WP-20181019T135532GMT0200.jpg

Ab jetzt ist es mehrheitlich ein Abstieg, und ich komme schneller vorwärts. Über Schönbüel 1807m, Roteflue 1730m, Höji Egg 1627m erreiche ich nach 5:32h Laufzeit das Panorama-Restaurant Harder Kulm 1321m.

Im Gartenrestaurant, mit Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau bestelle ich einen halben Liter Mineral und ein grosses Bier, dazu Spaghetti Carbonara und einen Espresso zum Abschluss. Nach dem Kleiderwechsel laufe ich zur Bahnstation der Harder Bahn und fahre die 755m zur Talstation. Den halben Kilometer zur Bahnstation Interlaken Ost lege ich im Laufschritt zurück, um den Anschlusszug nach Hause nicht zu verpassen.

BIRU-WP-20181019T225231GMT0200.jpgGarmin: Brienzer Rothorn – Harder Kulm

TR Brünig-Hasliberg – Brienzer Rothorn – Planalp

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Am Donnerstag 18. Oktober um 8:06h sitzen Helmut und ich bereits in Luzern im Bistrowagen der Zentralbahn und fahren am Pilatus vorbei, nach Brünig-Hasliberg 1002m.

Nach dem Auffüllen der Wasserflaschen und dem Einschmieren von Sonnencreme geht es um 9:15h los. Wir laufen vom Bahnhof aus Richtung Brünig-Passhöhe und kommen zum Wanderweg. Es geht stetig bergauf bis aufs Wilerhorn 2005m, dort machen wir eine kurze Pause.

Wir laufen schöne Trails zum Hörnli 1942m, über den Tiefengrat und die Scheidegg, den Umweg über die Höch Gumme ersparen wir uns. Über die Zwischenegg kommen wir zum Eiseesattel 2024m und machen den Schlussaufstieg zum Brienzer Rothorn 2348m.

BIRU-WP-20181018T114532GMT0200.jpgIm Restaurant der Brienzer Rothorn LSBR (Luftseilbahn Sörenberg- Brienzer Rothorn) diskutieren wir über die Menükarte, je nachdem ob wir mit der Bahn hinunterfahren oder runter joggen wollen, beeinflusst es die Auswahl. Ich sage Helmut, dass ich aufgrund der langen morgigen Etappe aber nur bis zur Mittelstation Planalp 1341m mitlaufen werde. So bestellen wir zweimal Suppe und Brot und Getränke.

Dort entscheidet er dann, dass er doch noch ganz hinunter zur Talstation der BRB 567m joggen will. Auf der Sonnenterrasse des naheliegenden Restaurants gönnen wir uns noch Kaffee und Kuchen, bevor Helmut die Heimreise nach Bern antritt. Trotz der vielen Touristen hat es genügend Platz, es fahren drei Bahnersatzbusse vor. Ich laufe die 700m zum Seehotel Bären und mache mich frisch für das wohlverdiente Abendessen, Zeit habe ich dafür genügend.

BIRU-WP-20181018T143247GMT0200.jpgGarmin: Brünig-Hasliberg – Brienzer Rothorn – Planalp

ZH – Bergamo Etappe 10: Soglio – Chiavenna

Heute habe ich eine kürzere Strecke vor mir als gestern, so kann ich genüsslich und ausgiebig frühstücken, bevor ich das gemütliche Hotel verlasse und losgehe.

Es wird ein sonniger Tag werden, bei 8°C mache ich mich um 8:30h auf den Weg, um die Markierung der Via Bregaglia zu finden. Da es zwei Wege nach Castasegna hat, entscheide ich mich für den Panoramaweg und werde mit ☀️ belohnt. Bei Brentan 780m treffe ich dann auf die Via Bregaglia.

In Santa Croce verlaufe ich mich, aber ein netter Italiener erklärt mir auf Deutsch, wo der richtige Weg ist.

Beim Stausee vom Fluss Mera ist das Wasser ruhig und es reicht für eine Spiegelung. Bei der Abzweigung nach Borgonuovo trinke ich einen Espresso und staune über den Wasserfall.

An der Kirche in Piuro vorbei muss ich wieder auf die andere Seite vom Fiume Mera wechseln, nun ist es nicht mehr weit.

Kurz vor 12h bin ich am Bahnhof Chiavenna angekommen, mein Zielort 🏁 2018.

BIRU-WP-20180930T115714GMT0200.jpgGarmin: Soglio – Chiavenna

Auf der Piazza Giovanni Bertacchi esse ich Spaghetti Carbonara, dazu trinke ich ein 🍺 und später noch den ☕️ zum Abschluss. Dann spaziere ich noch durch die Altstadt und setze mich mit dem Gelato auf den Bahnhofplatz und warte auf das Postauto nach Splügen. In Splügen Dorf wechsle ich auf das Anschluss-Postauto, das nach Chur fährt. Von da aus ist der Zürich HB bald erreicht und zwanzig Minuten später bin ich Zuhause.

Chiavenna / Lombardy / Italy

 

Der zweite Teil von Chiavenna nach Bergamo folgt dann in fünf Etappen
im 2019 nach der ❄️☃️❄️ Schneeschmelze, dieses mal am Stück. 

Der höchste Punkt ist der Passo di San Marco 1985m.
(Wintersperre November – April)

Chiavenna-Bergamo2019

ZH – Bergamo Etappe 9: Ausserferrera – Soglio

Bereits um 6:45h geht meine Wanderung in Ausserferrera bei 7°C früh los. Es ist noch nicht richtig Tag, aber immer der Strasse entlang ist es einfach, nach 4.6km schaue ich ins blaugrüne Ausgleichsbecken Ferrera. Zwar zeigt die Tafel beim Restaurant in Innerferrera 1479m offen an, aber es ist trotzdem noch zu. Die Starlera-Brücke, der alten Averserstrasse (1895) wurde 2008 erneuert und zusätzlich gesichert.

Immer zügig gelaufen, schon bin ich in Campsut 1678m. Auch in Cröt 1716m ist noch geschlossen, so fülle ich meine Flasche am Brunnen und wandere weiter ins Val Madris. Vor dem und bei dem Hohenhaus 1796m weiden 🐐 🐐 Ziegen. Etwas weiter vor der Merlahütta 1843m überhole ich zwei junge Frauen, die auch nach Soglio wollen. Bei Preda komme ich zum Stausee, dort packe ich mein Sandwich aus und esse es im Gehen. Um 10:30h erreiche ich die Alp Sovräna 1994m, aber auch hier ist niemand mehr da.

 

Ab jetzt geht es steil hinauf ins Val Prasgnola. Jetzt ist die Zeit für die Stöcke gekommen, ich packe sie aus und wandere damit weiter. Hinauf sind es noch circa 3.5km mit 700 Höhenmeter.

Auf 2520m Meereshöhe fangen die vielen Treppenstufen an, die die Schmuggler damals gebaut haben.

Um 12:30h bin ich endlich oben auf dem Pass da la Prasgnola 2724m. Es hat zwar ☀️ Sonne, aber auch kühlen Wind, so bleibe ich nicht lange sitzen. Der Abstieg ist steil, ich behalte die Stöcke die ersten 600hm bei mir. Nach Scalötta wird es besser und ich versorge die Stöcke wieder im Rucksack. Jetzt läuft es mir besser, es sind immer noch 1100hm abzubauen.

 

Den Panoramablick auf der Alp Läira 1893m lasse ich mir nicht entgehen und mache Fotos.BIRU-WP-20180929T133434GMT0200.jpg

Erst weiter im Zickzack und später geht es quer den Hang hinunter. Der Wanderweg verbreitert sich in ein Strässchen, und ich sehe Soglio aus der Ferne. Eigentlich wollte ich schauen, wo mein Hotel ist, aber das ist nicht nötig, ich laufe direkt dahin und bin 14:30h in Soglio 1100m angekommen. Ich lasse mir mein Zimmer zeigen und versorge als erstes die energiehungrigen Geräte mit Strom, dann dusche ich. Nach der Wäsche setze ich mich draussen auf die Terrasse und gönne mir ein grosses 🍺Panachée und einen Coup Dänemark.

Unterkunft im Hotel La Soglina

Garmin: Ausserferrera – Soglio

ZH – Bergamo Etappe 8: Thusis – Ausserferrera

Bereits um 6:37h sitze ich im Speisewagen nach Chur, beim zweiten ☕️🥐 Frühstück. Nach dem Umsteigen in den IR1121 komme ich pünktlich 8:28h am Bahnhof Thusis an. Dort fülle ich als erstes meine zwei Wasserflaschen auf. Dann wandere ich mit den Armlingen, bei kühlen 8°C zum Dorf hinaus und steige den Zickzackweg steil hinauf zur Ruine Hohenrätien. Dort kann ich ab jetzt der Markierung „Via Spluga“ folgen. So komme ich dann zum Traversinersteg, einer hängenden Treppe, die mit Hilfe von 176 Tritten die 22 Metern Höhendifferenz zwischen den beiden Flanken überwindet. Das folgende Stück führt mich wieder abwärts zur Viamala Schlucht.

Beim Besucherzentrum an der dramatischen Viamala, der berühmtesten Schlucht an der Splügenroute, belohne ich mich mit Espresso und einem Ragusa. Nach der Pause fragt mich der Mann am Kiosk, wohin ich gehe. Er meint, dass ich gutes Wetter erwischt habe für den Pass da la Prasgnola und dass es dort sehr viele Stufen habe. Ich bedanke mich fürs zusätzliche Schöggeli und verabschiede mich von ihm.

Als nächstes wandere ich durch Reischen, dann komme ich nach Zillis, wo ich zur Kirche laufe und irrtümlich prompt der Via Spluga folge. Als ich es bemerke, laufe ich zurück und wechsle auf den Walserweg. Der bleibt auf der gleichen Talseite und bringt mich anschliessend nach Pignia. Dort angekommen, ist es Zeit für das Mittagessen. Beim Genossenschafts Restaurant Caltgera setze ich mich an die ☀️ Sonne und trockne meinen Rücken. Zum Essen bestelle ich Felchenfilet mit Reis und Gemüse, dazu trinke ich ein grosses 🍺 Bier.

Nach dem Espresso wandere ich an Andeer vorbei und dann nach Bärenburg, dort zwänge ich mich durch eine Baustelle oberhalb des Tunnels und komme nach heftigem Anstieg zum Eingang der unwegsamen Roflaschlucht.

Ohne Halt laufe ich weiter, hinauf zur Verzweigung oberhalb der Autostrasse A13. Die Via Spluga geht nach rechts und mein Weg nach links. Anschliessend muss ich über die Averser Brücke. Nach einer Weile parallel zur Strasse mit vielen Treppenstufen, auf und ab, dem Fluss im Val Ferrera entlang, geht es über den Fluss in den (magic wood) Zauberwald. Den ganzen Tag bin ich niemandem begegnet, doch jetzt hat es auf einmal viele Leute mit Crashpads auf dem Rücken. Die sind alle auf dem Heimweg vom Bouldern, nur ein paar sind noch am Fels und klettern hoch. Jemand befestigt eine Slackline quer über den Fluss. Auf meine Frage, ob er da rübergehen wolle, meint der Typ, ja klar.

Weit kann es nicht mehr sein, denn ich sehe mein Zielort auf der anderen Flussseite. Um da hinzukommen, muss ich aber nochmals bis zur nächsten Brücke und über den Fluss und dann noch ein Stück talwärts. Nun bin ich in Ausserferrera, wo ich meine Unterkunft, das Backpackers Generoso, aufsuche. Nach der Registrierung führt mich der Wirt vom Restaurant Edelweiss zur Unterkunft Generoso und zeigt mir mein Zimmer. Nach der Wäsche und der warmen 🚿 Dusche, freue ich mich aufs Nachtessen. Im Untergeschoss hat es einen Trockenraum mit Gebläse, das ich einschalte. Bevor ich zum Nachtessen gehe, kontrolliere ich das Wanderhemd. Dieses Material ist genial, es ist praktisch trocken. Die Socken und die Unterwäsche brauchen etwas länger, die lasse ich dann bis morgen früh im Zimmer fertig trocknen.

Garmin: Thusis – Ausserferrera