Tag 121 Porto 🛫Heimreise 🛬

Heute sind wir spät aufgestanden und haben unser letztes Frühstück im Hotel genossen. Dann haben wir uns im Zimmer über die SWISS  😡genervt, die uns erst gegen Aufpreis 💺 💺 Sitze nebeneinander auswählen lässt und uns dann aus operationellen Gründen umbucht. Gegen Mittag checken wir im Hotel aus. Die wenigen Sachen sind schnell gepackt und werden beim Empfang deponiert, damit wir nochmals unbeschwert in die Stadt können. Erst ein Metro-Ticket lösen, am besten eine Tageskarte mit zwei Titeln. Dann fahren wir damit mit der Metro zum casa da musica, um dessen Architektur zu bestaunen.

Anschliessend fahren wir mit dem Bus 201 zum Museum und Jardim de Serralvas, der Busfahrer klärt uns auf, dass eine Karte nur eine Person berechtige. Damit ist die zweite Tageskarte dann für Morgen oder für die Katze. Naja bei der VBZ hätte ich eine Busse bezahlt, hier löse ich das fehlende Ticket im Bus nach. Der überaus zuvorkommende Chauffeur zeigt uns an, wann wir aussteigen müssen.

Wir entscheiden uns, nur Tickets für den riesigen Park zu lösen und gehen dann spazieren

Anschliessend zurück zum Hotel, das Gepäck abholen und hinaus aus der schönen Stadt zum Flughafen und das machen, was alle gerne machen. Erst einchecken am SWISS Schalter, dann WARTEN und die Zeit totschlagen, bis der Flug LX 2065 aufgerufen wird.

Nun sitzen wir beide im ✈️Flieger, zurück in die Heimat. Laura erwartet ab Donnerstag die Arbeit und ich habe auch schon Termine, die wahrgenommen werden müssen. Ich freue mich heute am späten Abend Brigitta 💞 endlich wieder in die Arme schliessen zu können.

Tag 120 Porto Spaziergang

Heute sind wir spät aufgestanden und zum Frühstück in die Stadt ins Zenith – Brunch & Cocktails und waren prompt zu früh dort, die öffnen erst um 10h. Weiter nicht schlimm, da ich meinen ersten Kaffee ☕️ auch an einem andern Ort draussen trinken konnte. Die zwei frisch gepressten Orangensäfte waren lecker. Kurz nach 10h waren die Angestellten am Vorbereiten zum Öffnen, das bot Gelegenheit in den Kleiderladen zu schauen. Ich suche ja immer noch eine leichte Leinenhose. Fehlanzeige, und Baumwolle will ich nicht, aber ein weisses Leinenhemd passte mir. Inzwischen war das Lokal endlich offen, und wir konnten uns setzen.

Danach versuchten wir zwei, das Art-Quartier zu lokalisieren. Entweder schlafen die Künstler alle noch, oder unsere Suche war einfach am falschen Ort. Lauras Sperberaugen sehen einen Kleiderladen, da müssen wir unbedingt hinein, sie zeigt mir ein Hemd, das ihr aufgefallen ist, und ich probieren muss. Dann noch ein zweites und die Hose dazu. Als sie mir eine weitere – kurze – Hose bringen will, lehne ich dankend ab. Wir verlassen den Laden mit dem Fang des Tages, das eine Hemd war erst heute geliefert worden. Es ist toll, eine Tochter zu haben, die sich so um den Vater kümmert in ihren Ferien. Später fanden wir noch einen schönen Laden A Vida Portuguesa in einem wunderschönen alten Haus.

Ach, wie die Zeit auch mit Nichtstun vergeht, es ist schon Mittagszeit. Laura möchte gerne im Restaurant Book essen. Mit Google Maps stellen wir fest, dass wir bereits in der richtigen Strasse sind und sich das Book zwei Häuser weiter vorne befindet. Heute ist Samstag und Brunch-Tag, aber das passt uns nicht, so gehen wir ins Ostras Coisas und bestellen schmackhaften Rodovalho für uns beide. Zum Aperitif ein Bier, zum Fisch 🐟 Weisswein und nach der Creme Brûlée noch einen Kaffee ☕️ dazu runden das feine Mittagessen ab.

Als wir zum Hotel zurückkehren, ist in der Fussgängerzone viel Betrieb und etwas weiter ist Folklore angesagt.

Unser Nachtessen nehmen wir heute im Hotel ein, am Wochenende gibt es ein fünf Gang Überraschungs-Menü. Ich nehme noch eine dreier Degustation Wein dazu, Laura bleibt beim Mineralwasser. Zuerst wird uns eine Pilzschaumsuppe aufgetischt. Es folgt eine gedämpfte Tomate 🍅 gefüllt mit Feta Käse und Reis. Es folgt smoked Octopus 🐙mit Algen in der Bento Box. Anschliessend wird uns ein Koel (Eudynamys) / cuckoos) auf Karottenmousse serviert. Als Zwischengang wird uns ein Zitronensorbet mit Wodka aufgetischt. Der grossartige Hauptgang ist Lachs mit Kartoffelstock/Sellerie Purée und karamellisiertem Gemüse. Als Dessert bekommen wir Pear 🍐 & Apple 🍎 Pie Crumble mit Weinbeeren/Rum Glace. Zum krönenden Abschluss trinke noch einen 2009 Portwein, der bis 2013 im Fass war.

Tag 119 Porto Ausflug

Heute ist ein Ausflug zu den Los Passadiços del Paiva geplant, wobei die Planung etwas mangelhaft war. Nach dem Frühstück liefen wir zu Hertz, in der Annahme ein Auto zu mieten. Die Frau meinte, es seien bereits alle weg, aber etwas weiter oben habe es noch eine lokale Vermietung. Das Glück 🍀 war uns hold, wir konnten einen Renault mit GPS und Handschaltung mieten. Formalitäten erledigt, der nette Mann zeigte, wie man das GPS programmiert, und ich konnte losfahren. Nach knapp zwei Stunden waren wir in Areinho auf dem Parkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Am Kiosk noch zwei Riegel und zwei Wasserflaschen gekauft und weg waren wir. Es geht aufwärts und es ist warm, ein Parkaufseher meint, dass es unterwegs nichts hat. Meine Warnlampe 🚨geht an, doch da kommt noch ein Kiosk. Laura läuft inzwischen weiter, ich kaufe nochmals zwei Wasser und zwei kleine Sandwiches und laufe ihr nach zu den Treppen.

Es geht 150 Höhenmeter hinauf und hinten langsam talwärts, aber dann kommen auch dort eine ganze Menge Treppen.

Später folgt noch eine Hängebrücke, die man aber nicht überqueren muss, um ans Ziel Espiunca zu kommen.

Sitzplätze sind hier auch rar, so essen wir unsere Sandwiches auf dem Holzsteg sitzend. Da wir flussabwärts  laufen, kommen wir gut voran, und es dauert nicht mehr lange und sind wir beim Kiosk auf der Gegenseite.

Gerne hätte ich ein Bier 🍺 genommen, aber ich bin ja mit dem Auto 🚗 unterwegs und bestelle einen Eistee und noch mehr Wasser. Dann setzen wir uns ins Taxi und werden zurückchauffiert zum Parkplatz, wo das inzwischen gut geheizte Auto wartet. Alle Türen auf und Quarantäne-Zeit abwarten, ich bin froh um meine langen Hosen, als ich absitze.

Garmin: Paiva Walkways Areinho – Espiunca

Tag 118 Porto 

Heute war ein richtiger Ferientag, erst das Frühstück geniessen im Restaurant der Hotelfachschule. Dann durch die hügelige Stadt bummeln. Unser Ziel: mit dem Tram 🚋 #1 zur Mündung des Douro (Forte de São João da Foz do Douro) fahren. Erst nehmen wir die Metro, dann laufen wir wieder hinauf zum Batalha (Funicular) und fahren damit hinunter zur  Station Ribeira. Diese Standseilbahn wird gegen Schluss immer steiler und bietet einen guten Blick auf die Bogenbrücke Ponte Dom Luís I.

Blöd ist nur, das Tram fährt gar nicht auf dem Flussniveau, sondern eine Strasse weiter oben. Egal, dann halt wieder hinauf. Als wir die Menschenmenge sehen und das kleine Tram, vergessen wir die Idee und nehmen den Bus 🚌 #500. Es ist nicht Zürich, die Frequenzen sind hier merklich geringer. Als er kommt sind wir zwar nicht viele, die einsteigen, aber alle Sitzplätze sind bereits belegt und viele Stehplätze auch. So fahren wir zu unserem Ziel und wandern dem Strandweg entlang nach Norden – wie die Pilger auch. In einem Restaurant setzen wir uns in bequeme Stühle und trinken etwas. So gemütlich beobachten wir das Strandleben. Die allermeisten liegen braungebrannt, hinter vor dem Sandwind schützenden Tüchern herum. Im kühlen Atlantik ist selten jemand, wenn dann eigentlich nur die 🏄🏿 Surfer mit Anzügen. Als die Gläser ausgetrunken sind, spazieren wir im starken Wind weiter, nach einer Weile meint Laura, sie habe kalt. Da es sowieso Zeit ist fürs Mittagessen, setzen wir uns hinter schützende Glasscheiben und geniessen unser Essen, (ich) mit dem dazugehörigen 🍺Bier

Anschliessend spazieren wir weiter dem Strand entlang bis zur Metrostation Mercado in Matosinhos und fahren direkt zurück zum Hotel. Zum Abendessen wollen wir ins Restaurant Flow, als wir ankommen, sehen wir, dass es erst ab 20h geöffnet ist. Die Zeit warten wir im nächsten Strassen-Café ab. Um 20h nähert sicher ein nicht endend wollender Menschenstrom, der ins Restaurant strömt. Als wir versuchen, uns denen anzuschliessen, werden die Türen geschlossen. Privatanlass ist das Argument, aber eine Reservation für morgen Abend können wir noch hinterlassen. Ganz in der Nähe essen wir in einem kleinen Lokal auch vorzüglich.

Tag 117 Matosinhos – Porto

Heute ist es nun so weit, dies ist mein allerletzter Pilgertag. Etwas zwiespältig dieses Gefühl, einerseits bin ich froh, gesund am Ziel zu sein, andererseits ist nun Schluss mit der Freiheit, nichts anderes zu tun als am Morgen aufzuwachen, aufzustehen und zu pilgern.

Als ich aus dem Fenster blicke, verhindert Nebel die Sicht aufs Meer. Jetzt erst das 🇵🇹Frühstück geniessen. Eine Schale mit frischen Früchten: Ananas, Orangen, Melonen und Kiwi wird aufgetischt. Eine Kanne Kaffee und ein Krug Milch stehen bereit. Ich sehe zu, wie der Wirt in der Küche das frische Brot aus dem grossen Backofen nimmt. Feinen Kuchen gibt es auch noch dazu.

Wenn die Angaben stimmen, dann sollte ich es bis zum Mittagessen schaffen, bei der Ponte Dom Luis I zu sein, dort sollte Laura auf mich warten. Es sind fast vier Monate vergangen, seit ich aufgebrochen bin. Ich verabschiede mich von den freundlichen Leuten und marschiere um 8:40h bei 18°C auf dem Holzsteg Richtung Porto.

Die Sonne ☀️ versucht ihr bestes, aber es reicht noch nicht, um den Nebel zu vertreiben. Nun muss ich hinauf auf die grosse Brücke, über den Hafen, beim Rio Leça. Ab jetzt herrscht mehr Betrieb, ich bin in der Stadt. Es geht dem Atlantik entlang bis zur Mündung des Duoro, wo der Leuchtturm steht.

Anschliessend brauche ich keine Karte oder App mehr, immer dem Fluss entlang, bis zur zweiten Brücke, dort haben wir abgemacht.

Hier hat es bedeutend mehr Leute, es herrscht fast schon ein Gedränge. Die Brücke ist erreicht, und Laura ist da. Gemeinsam laufen wir die letzten Meter hinauf zur Kathedrale, um den finalen STEMPEL zu holen.

Damit ist mein Pilgerweg, nach 117 Tagen und 3’000 Kilometer wandern, erfolgreich beendet.

Jetzt noch vier Tage Abschluss Ferien. Am Sonntag Abend 19:30h erfolgt der Heimflug mit SWISS LX 2065 nach Zürich.

Hier noch ein paar erste Eindrücke von Porto, das wir uns die nächsten Tage näher anschauen können.

Übernachtung heute im The Artist Porto Hotel & Bistro im Doppelzimmer ZoF €120.-

Garmin: Matosinhos – Porto

Tag 116 Póvoa de Varzim – Matosinhos

Es ist schön blau und sonnig ☀️draussen, als ich um 8:25h bei 17°C das Hotel nach dem Frühstück verlasse. Gemütlich schlendere ich durch die Stadt, besonders weit ist es nicht bis zum zweitletzten Etappenort. Erst kann ich Strassenkunst bewundern, dann durch eine schöne Baumallee wandern.

Mein Weg führt an der Strandpromende entlang, nach Vila de Condo, schön der Küste nach und es wird noch besser.

In Vila do Condo trinke ich einen Kaffee ☕️ und einen Fruchtsaft, dann frage ich den Kellner nach einem Stempel. Hier haben sie keinen, aber er erklärt mir, wo ich den bekomme. Jetzt will er wissen, ob ich nach Norden oder Süden wandere. Er war im 2015 schon in Fatima und Santiago mit dem Fahrrad 🚴🏾. Dann zeigt er mir voller Stolz seinen Pilgerausweis und die Landkarte, darauf sind alle seine Stationen markiert. Ich ziehe weiter, aber die angegebene Herberge, die den Stempel machen würde, ist ab 10h geschlossen.

Kurz nach der Brücke über den Rio Ave verlasse ich die Hauptstrasse und es geht auf einer Quartierstrasse zum Strand. Ab jetzt ist es genial einfach, immer dem Strand 🌊 entlang, auf dem Holzsteg und manchmal mit Meersicht.

Als ich bei der Praia de Mindelo ankomme, ist 12:30h schon vorbei, so gehe ich ins Restaurant und bestelle mein Mittagessen. Goldbrasse 🐠 mit Härdöpfel und eine kleine Flasche Rotwein 🍷 dazu. Den Salat 🥗 habe ich zwar  nicht bestellt, aber wenn er schon da ist, dann wird er auch gegessen. Zum Dessert fürs Schläckmüli ein Schoggimousse und einen kleinen ☕️ Kaffee hinterher.

Weiter geht’s immer auf dem Holzweg, Strände 🌊 am Laufmeter, wenn es dann einmal Leute hat, dann sind die eher selten im Wasser.

Ein letzter Blick zurück, für die einen ist der Weg bald zu Ende und für die Entgegenkommenden erst am Anfang der Strecke. In diesen Körben werden also die leckeren 🦀 🦂gefangen.

Übernachtung heute im Casa Velha ZoF €40.-

Garmin: Póvoa de Varzim – Matosinhos

Tag 115 Esposende – Póvoa de Varzim

Irgendjemand mag mich, denn es ist strahlend blau, als ich um 8h zum Frühstück gehe. Fertig gepackt und ich verlasse um 8:55h bei 17°C das Hotel und bin schon auf dem Camino. Auf der Brücke über den Rio Cávado laufe ich nach Fão hinüber. Jetzt weiche ich von der Route ab, weil ich zum Strand will. Es läuft sich gut auf dem schönen Holzsteg, als ich dann nach zwei Kilometer vorne am Strand bin, hat der Wind soviel Nebel gebracht, dass es mir fast verleidet ist. Im Sand kontrolliere ich das Profil der Salomon, die gewanderten 522 Km haben sichtbare Verbrauchsspuren hinterlassen. Nach zwei Kilometer Sand brauche ich einen Kaffee, den gibt es an der Strandbar. Als ich das Münz hervorsuche, stoppe ich versehentlich mit dem Handgelenk die Garmin.

Bei der Capel de Nossa Senhora de Fátima komme ich wieder auf die originale Strecke vom Camino. Erst kürzlich am 13. Mai war das 100 jährige Jubiläum von „Wunder von Fatima“. In der roten Box wäre eigentlich ein Pilger-Stempel, aber der ist nicht mehr zu gebrauchen.

Die öde Hauptstrasse wird bald verlassen, weiter geht es auf den berühmten Pflastersteinen, die die Füsse ermüden und das über lange Kilometer. Links und rechts Gemüsefelder, in denen Arbeiter fleissig sind. Gelegentlich brausen Autos vorbei, die sich nicht so sehr um Pilger kümmern. Auf einmal sehe ich einen Typen auf einem Stein sitzen. Er macht 👣 Fusspflege, als ich näherkomme, schaut er auf und fragt mich, ob ich Schweizer sei. Auf mein Erstaunen meint er, er habe gestern den Abend mit Brent verbracht und der habe ihm mein Foto gezeigt, mit dem Hinweis, dass ich bald 3’000 Km gepilgert sei. Dann laufe ich weiter, es geht nicht mehr lange auf der Strasse, vor dem Dorf Aguçadoura verläuft der Camino auf einem kilometerlangen Holzsteg, teilweise mit Meersicht.

Im Restaurant mache ich Mittagspause, ein grosser Kaffee und ein grosses Stück Kuchen. Als ich das bekommen habe, meint  der Kellner, dass er Bern kenne. Darauf frage ich nach der Speisekarte, aber etwas Warmes gibt es nicht, so bestelle ich ein Sandwich Americano und ein grosses Bier 🍺 dazu.

Weit vorne liegt Póvoa de Varzim, man merkt, dass die Städte grösser werden und mehr Touristen hier sind, es ist auch viel mehr los hier.

Übernachtung heute im Hotel Luso Brasileiro ZF €42.65

Auf der Jagt nach dem Nachtessen wandere ich planlos in der Stadt umher. Dabei komme ich auch an einer alten Befestigungs Anlage vorbei, mit der Bezeichnung: Fortaleza da Nossa Senhora da Conceição. Als ich mit dem Essen fertig bin komme ich noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang.

Garmin: Esposende – Fão (Praia de Ofir)

Garmin: Fão (Praia de Ofir) – Póvoa de Varzim