Tag 70 🚂 Bayonne – Hendaye – 👣 Irun – Hotel Ibis

Als erstes laufe ich dem mir bereits bekannten Fluss „L’Adour“ entlang ins Stadtzentrum.

Dort suche ich die Cathédrale Marie auf, um den Pilgerstempel zu erhalten. Danach werde ich hervorragend beraten, der nette Herr will erst wissen, woher ich komme und übergibt mir eine Liste aller Pilger-Unterkünfte bis Santiago de Compostela, für den Camino del Norte.

In der Altstadt gehe ich durch den Markt und sehe schöne alte Häuserzeilen.

Anschliessend besuche ich noch die Eglise Saint André und laufe dann zum Bahnhof.

Ich habe und gebe mir Mühe und kaufe mein Billet für €6.- am Automaten. Anders als bei uns, gilt das gekaufte Billet nur für den aufgedruckten Zug. Nun bin ich nicht mehr der einzige Pilger, es hat noch mehr davon auf und vor dem Gelände.


🚂 Bayonne ab 10:58h => Hendaye an 11:42h

Am Bahnhof Hendaye angekommen orientiere ich mich erstmals, die blauen Füsse führen zur Metro. Dann verlasse ich Frankreich 🇫🇷 über den Grenzfluss „La Bidassoa“ und spaziere nach Irun Spanien 🇪🇸

Ich versuche dem CdN Camino del Norte zu folgen, aber die Markierungen sind schlecht. Darum laufe ich erst zur Pilgerherberge um mir diese mal anzuschauen.

Der erste Eindruck genügt mir, so wandere ich zur heutigen Loge, dem Hotel Ibis. Das Gepäck deponieren, duschen, waschen und wieder in die Stadt. Ich esse draussen und habe dauernd 🐦Besucher, die aufmerksam schauen ob etwas für sie abfällt. Als ich mit dem Glace🍦 so rumwandere, finde ich einen Coiffeur, der grad Zeit hat für mich. Falls mal jemand wissen will wie man auf baskisch Fahrrad 🚴🏾 schreibt.

Garmin: Irun – Hotel Ibis

Tag 69 Saint-Jean-Pied-de-Port – St-Étienne-de-Baîgorry 🚙👍🚘 👍 Bayonne 

Heute gilt es ernst; ich habe mich nun doch gegen die Talroute „La Nive“ entschieden und laufe den etwas strengeren GR10 über die Pyrenäen. Gut ausgeruht gehe um 7:15h, früher ging es leider nicht, zum 🇫🇷Frühstück 🍮🍊-Saft, 🥖 Konfi und Nature Yoghurt. Es ist 7:40h, als ich  mich bei strahlendem Blau,☀️14°C auf den Weg mache zur nächsten Bäckerei und mir dort drei kleine Früchtebrote kaufe. Weil es dort oben auf dem Berg keine Verpflegung gibt.

Der Weg nach Lasse ist leicht zu finden, im Dorf laufe ich dann wegen einem Wegweiser erst falsch, merke es aber mit dem Kontrollblick auf der OsmAnd Maps App und korrigiere. Ein Blick zurück lohnt sich fast immer, unten im Tal sieht man noch etwas Nebelbänke herumziehen.

Der Rundblick bei der Trinkpause und der 🍌 Banane auf 650m ist schön.

Jetzt muss ich noch den letzten Anstieg machen, und der hat es in sich. Die Zwei, die immer vor mir waren, kommen zurück. AHA!, ohne Rucksack mit leichten Schuhen, da wäre ich auch schneller gewesen. Nach kurzer Begrüssung laufen sie weiter abwärts und ich himmelwärts zum Gipfel.

Dort entledige ich mich des  Rucksacks und setze mich gemütlich auf einen Stein. Ich entnehme zwei Fruchtbrötchen und eine weitere 🍌 Banane. Während ich die verspeise, beobachte ich die Pferde 🐴 🐴 🐴 auf der Weide. Nach der wohlverdienten Pause laufe ich an den Pferden vorbei talwärts.

 

Weiter unten hat es noch mehr davon. Die lassen sich von mir nicht stören. Auf der Alpstrasse kommen mir ca. 15 Wanderer entgegen, alle mit kleinem Rucksack und Stöcken.

Auf einmal stechen mir kleine Fähnchen ins Auge. Nach kurzer Inspektion derselben, sticht mich der Hafer. Diese schmalen Trails liegen mir, sind sozusagen meine Spezialität. 👣👣👣😎 Auf geht’s!

St-Étienne-de-Baîgorry ist da unten, es ist nicht mehr weit, aber schon vor 12h sehr heiss.

Im schönen Haus vor der alten Brücke, hängt auf der Veranda Trockenfleisch.

Morgen finden hier mehrere Trails EUSKALRAID statt, mit ca. 1’250 Teilnehmern. Beim Ziel, kann es nicht lassen und mache auch ein Selfie, schliesslich bin ich die 18.5Km mit 932 hm in 3:27h gewandert, zugegeben mit etwas Rückenwind ganz oben.

Als erstes bestelle ich einen Krug WASSER 💦 und dazu ein grosses 🍺Bier, und den Randonneur Teller. Zum Abschluss noch einen Gateaux du Basque und einen ☕️Kaffee.

Wegen den Trails sind die Hotels ausgebucht. Jetzt hoffe ich auf einen Platz in der Gîte Etappe, diese macht aber erst 16:30h die Türe auf. Ich warte im Restaurant, dessen Zimmer augebucht sind, ungeduldig darauf, dass die Gîte öffnet. Als ich 16:30h hineingehe, macht mir der Besitzer keine Hoffnung, dass ich hier in der Umgebung etwas finde. So hole ich mir Unterstützung in der 🇨🇭, bei der Familie. Eigentlich wollte ich ja morgen nach Bidarray wandern, so versuchen wir es erst dort.

Ich mache inzwischen auf der heissen Strasse 👍 Autostopp. Prompt nimmt mich ein älterer Mann mit Kleinwagen 🚙 bis Bidarray mit. 🎗👍

Kaum dort angekommen erfahre ich die bad News: Ausgebucht! Es ist ja Auffahrt und die Franzosen können auch Brücken machen. In Espelette ist es nicht anders. So versuchen meine Frau und meine Tochter nun in Bayonne etwas zu finden. Kurz vor Bayonne klingelt mein Telefon. Das einzige, das die beiden ❤️Liebsten finden konnten, ist ein Zimmer im Hotel Campanile für ZF €105.-

Der Grund ist ein Surfanlass im benachbarten Biarritz und die vier Tag frei.

Derweil laufe ich mit erhobenem Daumen 👍 der Strasse entlang, diesmal dauert es länger, aber es nimmt mich wieder jemand mit, ein Wirt 🚘 aus der Nähe von Bayonne. WOW! Der nette Mann fährt mich direkt vor das Hotel. 🎗👍

Sport Resultate: Leider werde ich im Alter etwas ungeschickt, habe die Garmin heute zweimal GESTOPPT anstatt Pause/Resume. Das kann aber gut auch mit dem gelaufenen Tempo zusammenhängen, wobei der Kreislauf bei der Wärme tipptopp mitgespielt hat.

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Garmin: Saint-Jean-Pied-de-Port – Carefour des Trois-Abreuvoirs

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Garmin: Carefour des Trois-Abreuvoirs – Munhoa 1021m

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Garmin: Munhoa 1021m – St-Étienne-de-Baîgorry

Jetzt bin ich am Planen, wie es nun weitergeht. Ob ich von Bayonne nach Irun laufe, oder ob ich den Zug nehmen soll. Die Herbergen dazwischen sind vermutlich auch ausgebucht.

Tag 68 Larceveau-Arros-Gibits – Saint-Jean-Pied-de-Port

Um 7h zum 🇫🇷Frühstück 🍮🍊-Saft, 🥖 mit Konfi und Apfelmus. Es ist 7:55h, als ich mich bei Sonnenschein ☀ und 12°C auf den Weg nach Saint-Jean-Pied-de-Port mache, dem Sammelort der Pilger. Für die einen ist es der Schlusspunkt, für die anderen der Startort nach 🇪🇸Spanien.
Bye bye 👋 Luisa Joseph, die beiden fahren morgen mit dem Zug nach Biarritz, dann mit dem Mietwagen nach San Sebastián an den Strand 🌊 und dann müssen sie schon bald heim nach 🇦🇺 Australien. Nicole et Christian haben heute ihren letzten Tag, sie sehe ich vermutlich nochmals vor dem Nachtessen. Lucy kommt zum Hotel, um die beiden abzuholen. Ich laufe alleine und zügig los, denn es wird heiss heute.

Es geht ein letztes Mal so richtig übers Land, bevor es dann städtisch wird.

Beim Château d’Apat versuche ich ein Foto vom Schloss über den Zaun, da erschreckt mich ein Hund 🐶 so sehr, dass ich fast das iPhone 📱fallen lasse.

In Saint Jean-le-Vieux gönne ich mir einen Kaffee ☕ und ein Cola. Dann laufe ich weiter und sehe schon das erste Schild zur Porte St. Jacques.

Bei der Citadelle mache ich mir die Mühe, hochzukraxeln, doch es ist eine private École und es gibt nix zu besichtigen, aber die Aussicht auf die Kleinstadt ist trotzdem toll.

 

Jetzt gehe ich hinunter in die Stadt und laufe in den Randonneur Shop. Dort kaufe ich mir wieder Socken und lasse mir eine Karte nach Irun zeigen. Die zwei Angestellten meinen, warum nimmst du den Talweg und nicht den GR10, da hast du viel mehr von den Pyrenäen. Prompt lasse ich mich dazu überreden und kaufe mir das Handbuch Pyrenées Occidentales mit den genauen Karten und den Höhenkurven.

Dann schlendere ich durch die Altstadt und geniesse es, frühzeitig da zu sein. Im Häuserschatten ist es angenehm.

Übernachtung im Hotel Central im luxuriösen Einzelzimmer ZHP €90.- 

Das Zimmer wird erst ab 14h bereit sein, ich deponiere den Rucksack und die Schuhe. Dann setze ich mich draussen in den Schatten und bestelle ein 🍺 Bier Basque. Der freundliche Kellner bringt mir die Speisekarte. Ich bestelle ein Menü und lasse mich so richtig verwöhnen.

Während ich fein speise, laufen fortwährend Pilger über die Brücken.

Nach dem ☕ Kaffee spaziere ich am Hôtel de Ville vorbei zum Bahnhof und danach noch etwas auf der Stadtmauer. Was passt da besser dazu als ein🍦Glacé.

Garmin: Larceveau-Arros-Gibits – Saint-Jean-Pied-de-Port

Abendspaziergang zum Bankomaten der Bank Societe Generale, Saint-Jean-Pied-de-Port. Es ist eine Frechheit, der ATM lässt mich die Summe 400 eintippen und schreibt dann, maximal sind 300 möglich raus. Also nochmals tippen, dann kommen wenigstens gemischte Noten heraus.

Von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Irun 

Da ich mich entschieden habe den Camino del Norte zu pilgern, muss ich nun über einen nicht ausgeschilderten Weg von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Irun wandern. Bei GPS-Tracks habe ich ein GPX-Waypoint File gefunden. Dieser Weg führt entlang der Pyrenäen und so bleibe ich bis am Schluss in Frankreich. Die vorgeschlagene Route führt entlang der «La Nive», die Etappenorte sind auf der Karte mit Stern ⭐ und sonst fett markiert sind.

Saint-Jean-Pied-de-Port – Uhart-Cize – Ascarat – Camping Narbitz – Osiarte – Eihartze – Etxabe – Saint Martin d‘Arrossa – Bidarray

Bidarray – Olha – Haltzarte – Gibelarte – Mont Roland – Elizako-Partea – Itxassou – Aerodrome d’Itxassou – Espelette

Espelette – Souraide – Amespétu – Saint-Pée-Sur-Nivelle – Ibarrun – Uhartea – Errotenea – Azkaine

 

Azkaine– Urrugne – Béhobie – France->Spain – Azkenportu – Bahnhof Irun-Colon – Irun Pilgerherberge

Nach eingehender Beratung im Randonneur Shop in Saint-Jean-Pied-de-Port, hab ich mich entschlossen anstatt den vorgesehenen Talweg, doch auf dem anspruchsvolleren GR10 nach Irun zu wandern. Siehe auch auf der Webseite GR-Infos.com oder auch detailierter auf Google-Maps

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GR10 Saint-Jean-Pied-de-Port – Irun

Tag 67 Aroue-Ithorots-Olhaïby – Larceveau-Arros-Gibits

Nach dem feinen Nachtessen ging es bald mal ins Bett. Das Haus steht in weiter Wildbahn für sich alleine. So erwache ich ausgeschlafen und gehe um 7h zum 🇫🇷Frühstück 🍮🍊-Saft, Brot und sechs selbstgemachte Konfi. Es ist 8h, als ich mich bei bedecktem Himmel ☁️14°C auf den Weg mache. Heute dauert das Packen etwas länger, schliesslich muss ich noch den halben Liter Rotwein irgendwo verstauen. Anne-Marie und Fredo, der schwarze Neufundländer, begleiten mich netterweise bis zum Gartentor.

Ich laufe vermutlich am Château de Joantho vorbei, jedenfalls der Teich danach deutet darauf hin, aber es war sowieso privat.

Als erstes muss ich mir in der Ferme Bohoteguia ein frisches Baguette 🥖 kaufen, da es heute keine Verpflegungsmöglichkeiten hat unterwegs. Mit etwas Mühe kann ich das auch noch unterbringen, aber die 15L sind jetzt wirklich voll. Für ein anderes Mal würde ich einen 20L Rucksack 🎒kaufen, aber nicht mehr Material mitnehmen. Ich laufe zügig und stosse dann auf Rudi 🇩🇪 aus Bayern, er hat heute seinen letzten Tag und macht im nächsten Jahr weiter. Dann treffe ich Chris 🇳🇿 aus Christchurch, er wandert mit zwei Rucksäcken 🎒, der grosse am Rücken und den kleinen vorne. Dazu kommt noch ein Fotoapparat.

Es geht immer mal wieder rauf und runter, die Sonne scheint heute keinen guten Tag zu haben, sie zeigt sich nicht.

Nach der Brücke laufe ich fälschlicherweise die Strasse hoch. Ich merke es erst, als die Stasse bei einem Haus aufhört, die gewonnene Höhe wollte ich nicht verlieren und marschierte über die Weide weiter. Leider war der richtige Weg noch nicht soviel angestiegen, so musste ich mich am Schluss der Weide, durch kratziges Gewächs steil nach unten kämpfen. Glücklich wieder auf dem Weg zu sein, laufe ich zu einem Pilger auf, den ich vorher überholt hatte, der war ganz erstaunt mich wieder zu sehen.

Bei Beneditenia stossen wir auf das «Croix de Gibraltar». Hier kommen die drei klassischen, französischen Jakobswege zusammen, der Weg von Paris, derjenige von Vézelay und eben der unsrige von Le-Puy-En-Velay. Dieser Punkt wird mit einem in diesem kleinen Weiler beeindruckend grossen Stein markiert. Ab hier bekommen wir also Pilgergesellschaft aus anderen Himmelsrichtungen.

Ueber einen besonders bei Gluthitze im Sommer beeindruckenden Uebergang komme ich oben auf 287m zur «Chapelle de Soyarza». Da mache ich auf einer Bank meine Mittagspause. Ich packe die Pâté du Basque und das halbe Baguette aus und trinke meinen Rotwein dazu und lasse es mir schmecken.

Jetzt kommt das, was ich am meisten liebe, es geht steil steinig hinunter, das verführt mich den Riemen anzuziehen und es so richtig rollen zu lassen. So komme ich rasch voran und bin bald in Ostabat-Asme, wo ich den Standard bestelle.

Christian et Nicole treffen vor Gabriel und Sarah 🇩🇪 aus Überlingen ein und setzen sich auch an den Tisch. Die beiden Deutschen erkundigen sich, wieso ich so hinunter gerannt sei, ich erkläre ihnen, dass es meine Lieblingsbeschäftigung sei, das Trailrunning. Sie sind auch von Zuhause losgezogen und hatten auch Wetterglück.

Übernachtung im Hôtel-Restaurant Espellet bei Pierre Bidegain Bidaury, im Einzelzimmer ZHP €55.- 

Christian et Nicole und Joseph und Luisa sind auch im gleichen Hotel. Lucy ist in der Gîte.

Garmin: Aroue-Ithorots-Olhaïby – Larceveau-Arros-Gibits

Tag 66 Navarrenx – Aroue-Ithorots-Olhaïby

Alleine im Zweierzimmer erwache ich gut ausgeschlafen und gehe um 7h zum 🇫🇷Frühstück 🍮🍊-Saft, 🥖 und Konfi. Es ist 08:05, als ich mich bei leicht bedecktem Himmel 🌤18°C auf den Weg mache. Es geht durchs Stadttor, über die alte Steinbrücke aus dem 13. Jahrhundert, darunter fliesst der Gave d’Oloron. Heute kann ich es ruhig angehen, es sind nur 18 Kilometer. Ich laufe mit Stephan 🇩🇪 aus Stuttgart, er hat vorher im sozialen gearbeitet.

Interessanter Kreisel bei Castetnau-Camblong.

Bei der Konservenfabrik vor Lichos sitzt Lucy alleine, die beiden Italiener sind weg, auf dem Weg zum Somport Pass. Ich gönne mir eine Bierpause und kaufe für €2.- Pate du Basque als Zwischenverpflegung für morgen. Pascal kommt auch, aber von der Strasse, weil es etwas kürzer war. Stephan geht inzwischen weiter. Bei Lichos überqueren wir den Fluss «Le Saison», womit wir jetzt auch formell im Baskenland (Euskadi) angekommen sind, wir haben uns ja schon ein bisschen an die Sprache und an die Ortsnamen gewöhnt. Baskisch gehört übrigens zusammen mit Finnisch und Ungarisch in dieselbe Sprachgruppe, es wird also nur Wenige geben, denen der Zugang zur baskischen Sprache leicht fällt.

Kurz nach dem Wegkreuz habe ich mein Tagesziel erreicht, nur kann ich erst nach 16h dort hinein. So laufe ich mit Lucy und Pascal noch ein Stück, bis zur Gîte Ferme Bohoteguia von Lucy mit, weil man dort etwas essen und einkaufen kann, die Möglichkeiten sind hier sehr rar.

Ich gönne mir einen sehr feinen frisch zubereiteten Salatteller, dazu ein kleines 🍺Leffe, einen Gateaux de Basque dazu einen ☕️ Kaffee und zwei Päcklein Nastücher für €12.-, da kann man wirklich nicht jammern.

Nach dem Essen verabschiedet sich Pascal von uns, er will morgen schon in Saint Jean-Pied-de-Port sein, und am Mittwoch über die Pyrenäen gehen. Am Donnerstag ist ja ein Feiertag, da werden viele wandern. So nach drei Uhr mache ich mich auf den Rückweg, die zwei Kilometer laufe ich gemütlich und bin immer noch zu früh. So setze ich mich auf eine Bank am Schatten und geniesse das Nichtstun, bis es 16h ist. Wer morgen, nach dem Lesen des Warnhinweises hier nichts einkauft, ist selber schuld.

Beim Gartentor klingle ich, sehe aber noch kein Haus. Als es öffnet laufe ich durch und sehe das grosse Anwesen aus dem Jahre 1820, Anne-Marie et Dominique kommen mir mit dem schwarzen Hund entgegen. Nach der Hausarbeit geniesse ich ein Finkbräu aus Strasbourg.

Übernachtung im Maison Etchegoyenborda bei Anne-Marie et Dominique Queste. ZHP €75.- Gestern sind acht Pilger hier gewesen, heute bin ich der einzige, was mir auch recht ist. Den schönen Pool kann ich ohne Badehose nicht benutzen, aber ich bin nicht so der 🏊 Schwimmer, sondern eher ein 🏃🏼Läufer.

Um 18:30h werde ich zum Aperitif gebeten, ich werde schon mal spanisch eingestimmt. Es gibt selbst gemachte Tapas mit Sangria. Danach feine Lauchsuppe mit Gewürzen aus Espelette, das ist am 26. Mai mein Etappenziel. Als Hauptgang gab es Kartoffelstock mit Wildschwein Braten, die Sauce wurde von Domenique gemacht. Anschliessend wurde ich mit Fruchtsalat verwöhnt, die Weinbeeren wurden mit Armagnac verwöhnt.

Garmin: Navarrenx – Aroue-Ithorots-Olhaïby

Mit den neuen Schuhen habe ich nun bereits 290 Km drauf und bin froh, das es bis jetzt ohne Komplikationen ausging. Wobei ich anfügen muss, dass sich konsequente Fusspflege am Ende immer auszahlt, das tägliche eincremen hilft bei meinen Füssen jedenfalls. Leider sind die Tuben sämtlicher Hersteller noch nicht leer, wenn nix  mehr herauskommt, darum schneide ich sie jeweils auf, um den Rest für die nächsten paar Tage zu nutzen.

Ein Pluspunkt für 👣das Schrunden-Wunder von Fußpunkt! 🤗

Tag 65 Arthez-de-Béarn – Navarrenx

Wenn man um 21h schon im Bett liegt, dann kann man auch früh aufstehen. Als ich um 6h im vollen Dreierzimmer ausgeschlafen erwache, gehe ich schnell ins freie Bad, dann muss ich das Kissen und das Leintuch abziehen für die Wäsche. Anschliessend packe ich meinen kleinen Rucksack und gehe um 6:45h zum 🇫🇷Frühstück ☕️🥖 und Konfi. Zum Glück stimmt das Wetter wieder. Um 7:30h verlasse ich bei fast blauem Himmel 🌤⛅️10°C die Herberge ohne WiFi. Beim Hotel de Ville habe ich gute Aussicht, als erstes sehe ich die Pyrenäengipfel mal von der Ferne, dann kann es nicht mehr so weit sein bis Saint-Jean-Pied-de-Port. Schliesslich bin ich in drei Tagen dort.

In Aragnon überquere ich die Brücke über „Le Gave de Pau“

Nun versuche ich in Maslacq einen offenen Laden zu finden, Glück 🍀 gehabt, es gibt ☕️ und Kaugummi. Beim Dorfausgang komme ich an einem interessanten Flyer vorbei.

Es geht heute zwar meistens flach, hat aber trotzdem knackige Anstiege drin, aber die sind inzwischen meine Stärke. Kurz vor dem Kloster „Abbaye de Sauvelade“ hole ich die drei, die eine halbe Stunde vor mir gestartet sind, wieder ein.

Nachdem ich über die römische Brücke gelaufen bin, komme ich in Sauvelade direkt beim Restaurant an, die Gelegenheit für ☕️ und🍺 Pause.

Beim Weiler Bugnein hat es Tiere, 🌺 Blumen und wieder gute Sicht auf die Pyrenäen.

Kleinere 🐑 🐑 🐑 🐑 Schafherde in Méritein, einem Vorort vom Etappenziel.

Navarrenx wurde von den Königen von Navarra zu einer grossen Festungsanlage ausgebaut, die sich dann während der Hugenottenkriege bewährte, die Franzosen belagerten die Stadt während längerer Zeit erfolglos. Die Befestigungsanlagen sind noch gut erhalten und geben Stoff für eine ausgiebige Besichtigung, und auch die Kirche Saint-Germain lohnt sich, besichtigt zu werden.

Als erstes steuere ich ein Restaurant an, alle Schattenplätze sind besetzt, ist mir egal, so trinke ich mein Bier 🍺 an der prallen ☀️ Sonne und bestaune die Fantasie der Franzosen im Zusammenhang mit der handgemalten Autonummer beim Jaguar Type-E.

Da das Zimmer um 14h noch nicht bereit ist, gehe ich barfuss raus und setze mich mit dem halben Baguette und dem Fois Gras de Canard auf eine schattige Bank und esse genüsslich. Anschliessend zurück zum Restaurant, diesmal ist ein Platz im Schatten frei, nun bestelle ich einen Coupe mit drei Kugeln und geniesse das süsse Nichtstun.

Auf dem Rückweg sehe ich Romeo, und wir trinken zusammen ein 🍻 Bier.

Vor dem Znacht, machte ich mich auf Motivsuche. Ich fand ein paar Schilder und das Haus von Henri Lefebvre

Übernachtung im Gîte Relais du Jacquet für ZHP €39.60 alleine im Zweierzimmer.

Garmin: Arthez-de-Béarn – Navarrenx

Das gemeinsame Nachtessen fand um 19:30h statt, zusammen mit drei 🇨🇦Québécois, zwei Frauen und einem Mann aus Quebeq. Nach dem Znacht spazierte ich nochmals zur westlichen Stadtmauer. Dort traf ich auf Romeo bei seiner täglichen Runde, wir stiegen miteinander hoch und erwischten den idealen Zeitpunkt für ein paar Bilder.